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Willi Kosiul Autor
aus der Bukowina
Über die Rückführung von Umsiedlern 1945 nach Rumänien     (Auszugsweise und gekürzt sowie auch nur gedanklich entnommen aus der      buchenlanddeutschen Heimatzeitung „Der Südostdeutsche“, Nr. 11/1996, 12./1996 und      1)1997, von Norbert Gaschler) Die selbstständige Rückkehr einzelner buchenlanddeutscher Umsiedler oder auch ganzer Gruppen nach Rumänien –die damals Flüchtlinge waren- bzw. die genötigte Rückführung vieler Umsiedler 1945 durch sowjetische Kommandanturen, auch unterstützt von ostdeutschen Verwaltungen, erfolgte damals oft unter verschiedenen ungewöhnlichen Umständen für diese Leute. Ab Mitte Januar 1945 waren sehr viele buchenlanddeutsche Umsiedler vor der Ostfront in Richtung Westen mit einigen ihrer Sachen auf der Flucht und wurden dabei zu Flüchtlingen sowie auch zu heimatlosen Menschen. Wo sie als Flüchtlinge hinkamen wurden sie nicht überall gern aufgenommen und hatten sehr oft nur eine vorläufige kümmerliche Unterkunft gefunden. Da kamen bei vielen die Sehnsucht nach der ehemaligen alten Heimat der Bukowina auf und nach Ende des Krieges sogar der Gedanke und die Bereitschaft in die Bukowina zurück zu kehren. Dabei gab es bei einigen auch die leichte Hoffnung, dass sie bei ihrer Rückkehr nach Rumänien, ihr bei der Umsiedlung im Herbst 1940 zurückgelassene Vermögen oder wenigstens die Häuser wieder in Besitz nehmen zu können. Nach Kriegsende 1945 oder in Vorbereitung auf ihre Rückkehr nach Rumänien hatten sich buchenlanddeutsche Umsiedler aus Stoffresten rumänische Erkennungszeichen in der Trikolore, (blau, gelb, rot = als die rumänische Nationalfahne) selber angefertigt, diese an ihre Jacken und Mützen geheftet sowie zu ihren persönlichen Schutz getragen. Dadurch sollten die Sowjetsoldaten und bei der Durchreise durch die Tschechoslowakei auch die Tschechen sie als Rumänen ansehen und nicht belästigen. Wo es angebracht oder auch notwendig war, hatten sie rumänisch untereinander gesprochen, um auch der Sprache nach als Rumänen zu gelten. Sie taten es in der Absicht, auf diese Art und Weise ungehindert nach Rumänien zurückkehren zu können. Einigen Buchenlanddeutschen gelang es, aus den jetzt polnischen Oberschlesien, anderen aus der Tschechoslowakei, auf kürzesten Wege –mit ihren Fluchtwagen- in die alte Heimat zurück zu kehren. Es gab vereinzelt auch Umsiedler die sich sogar zu Fuß bis Rumänien durchgeschlagen hatten. Auch deutsche Kriegsgefangene gaben sich bei der Roten Armee oft als Rumänen aus, um dadurch schneller aus der Kriegsgefangenschaft entlassen zu werden. Die Anzahl der buchenlanddeutschen Umsiedler und Flüchtlinge, die nach Kriegsende 1945 nach Rumänien zurückgekehrt waren, wird für ewig unbekannt bleiben. Im Sommer 1945 kamen rumänische Repatriierungskommissionen nach Deutschland und Österreich, um geflüchtete rumänische Staatsbürger ausfindig zu machen und diese in Sonderzügen nach Rumänien zurück zu bringen. Bei solchen Kommissionen meldeten sich auch buchenlanddeutsche Umsiedler, um freiwillig und legal nach Rumänien zurück zu kommen. Doch sie wurden abgelehnt, weil diese Repatriierungskommissionen nur Blutsrumänen mit rumänischer Staatsbürgerschaft angenommen hatten. Sie lehnten auch Blutsrumänen ab, die im Herbst 1940 mit ihren deutschen Ehefrauen in das damalige Reich umgesiedelt wurden, dadurch dort die rumänische Staatsbürgerschaft verloren und danach hier die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatten. Da aber viele Blutsrumänen aus Deutschland nicht wieder nach Rumänien zurückkehren wollten, waren die erreichen Ergebnisse dieser rumänischen Repatriierungskommission zur Rückkehr von Rumänen nach Rumänien nur recht gering. Buchenlanddeutsche Flüchtlinge die im Januar 1945 auf ihrer Flucht aus dem Warthegau und auch aus Ost-Oberschlesien in Richtung Westen, von den sowjetischen Truppen ein- und überholt wurden, wurden mit ihren Pferdewagen zurückgeschickt, wo sie angesiedelt waren. Dort wurden sie dann interniert und danach zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. Das Gleiche wurde auch mit einigen buchenlanddeutschen Umsiedlern aus dem östlichen Sudetenland gemacht, die dort angesiedelt waren. Überall lautete im Sommer 1945 die Parole der sowjetischen Militärführung, „jeder hat dorthin zu gehen, wo er am 01. September 1939 gewohnt hatte!“ Doch in der Tat, kam keiner dort an. Entweder landeten diese unserer Leute in Sibirien bzw. Kasachstan zur Zwangsarbeit oder auch in anderen fremden Gegenden, nur nicht in ihrer ehemaligen alten Heimat. Ganz amtlich und auf Aufforderung der sowjetischen Besatzungsmacht sowie auch ostdeutscher Verwaltungen wurden buchenlanddeutsche Flüchtlinge unter Zwang und Androhung von strengen Maßnahmen im Sommer 1945 in Sammerlager geschickt und von dort in Rückführungstransporten nach Rumänien gebracht. In Deutschland herrschte überall Wohnungsnot und dabei waren die Flüchtlinge eine große Belastung für die Gemeinden. Daher versuchten die Gemeinden, wo es möglich war, solche volksdeutsche Flüchtlinge loszuwerden, denn mit den reichsdeutschen Flüchtlingen aus dem Osten, konnten sie das nicht tun. Doch viele sowjetische Kommandanturen sowie auch örtliche ostdeutsche Verwaltungen hatten 1945 und auch danach die Flüchtlinge aller Art, egal ihrer Herkunft, dort in ihren Quartieren belassen und versucht damit klar zu kommen. Die buchenlanddeutsche Umsiedler die Mitte Januar 1945 auf der Flücht aus dem Warthegau oder aus Oberschlesien in Richtung Westen, von der Roten Armee in ihrem Treck eingeholt und gefangen genommen wurden, wurden –in der Regel- in Polen interniert. Danach wurden sie in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit deportiert und erst nach 10 und mehr Jahren nach Deutschland entlassen. Viele dieser deportierten Buchenlanddeutschen waren bereits dort verstorben, haben ihre Entlassung gar nicht mehr erlebt und liegen heute dort in russischer Erde. Die Umsiedler aus der sowjetisch besetzten Nordbukowina, die im Sommer 1945 als Flüchtlinge nach Rumänien zurück gekehrt und dort in Rumänien interniert waren, wurden 1946 per Transporte wieder nach Deutschland zurück gebracht. Doch die Umsiedler aus der rumänischen Südbukowina, die im Dezember 1945 von dieser deutschen Internierung nicht betroffen waren und auch einige Umsiedler aus der Nordbukowina, die sich im Dezember 1945 ihrer Internierung entziehen konnten, mussten in den späteren Jahren selber zusehen, wie sie auf eigene Kosten aus Rumänien nach Deutschland kommen konnten. Heute leben nur noch einige Buchenlanddeutsche in der rumänischen Südbukowina, überwiegend ältere Leute aus deutsch/rumänischen Mischehen. Sie beherrschen nur noch schwach die deutsche Sprache und im deutschen Lesen und Schreiben sieht es da noch schlechter aus. Selbst im deutschen Regionalforum der Bukowina in Suczawa, mit ihren insgesamt 15 deutschen untergliederten Organisationen in verschiedenen Größen und Stärken sieht es da auch nicht besser aus. Da sehr viele jüngere Leute, die z. T. die deutsche Sprache in Wort und Schrift besser beherrscht hatten, nach Deutschland ausgewandert sind, blieben überwiegend die alten zurück, die nach und nach aus dem Leben ausscheiden. Die heutige junge Generation beherrscht nicht die deutsche Sprache und hat zum Teil auch andere Interessen. Daher ist die gesellschaftliche Arbeit in diesen deutschen Organisationen in der rumänischen Südbukowina sehr mühsam, hauptsächlich in den Städten wie Suczawa, Radautz, Sereth, Kimpolung und Vatra Dorna, etwas erfolgreich und in den Dörfern sehr spärlich. Sie hängt dort oft vom Gesundheitszustand dieser alten Funktionäre ab, von ihrer Persönlichkeit, ihrem persönlichen Ansehen und besonders von ihrer Aktivität. In der ukrainischen Nordbukowina gibt es nur in Czernowitz den Verband der Österreichisch-Deutschen Kultur, der dort einiges an gesellschaftlicher Arbeit leistet. In allen anderen Ortschaften gibt es keine deutschen Vereine oder Foren. Die einstigen deutschen Ehepartner der dortigen ukrainisch/deutschen oder rumänisch/deutschen Mischehen sowie auch deren Kinder sind -in den vielen Jahren- in die ukrainische Volksgruppe eingeschmolzen. Sie leben heute dort nach deren Kultur, Sprache sowie Religion und kennen nichts anderes. Erlebnisbericht der Frau Ernestine Stadler aus Krasna Ilski In einer längeren persönlichen Unterhaltung mit Frau Ernestine Stadler im Sommer 2002 in ihrem Wohnort Sittenbach/Osterhausen in Sachsen-Anhalt, erzählte sie mir folgendes Erlebnis: Frau Ernestine Stadler wurde 1926 in einem Ortsteil der Gemeinde Krasna Ilski Kreis Storozynetz / Bukowina / Rumänien geboren und wurde im Oktober 1940 als 14-jähriges Mädchen mit ihren Eltern in das damalige Deutsche Reich umgesiedelt. Nach ihrem Lagerleben in Ost-Oberschlesien sowie ihrer dortigen Durchschleusung und Einbürgerung wurde die Familie im Juli 1941 in Dietrichsweiler Kreis Kempen / Warthegau als Bauern angesiedelt. Als sich Mitte Januar 1945 die Ostfront diesem deutschen Ansiedlungsgebiet / Warthegau näherte, flüchteten alle dort angesiedelten Buchenlanddeutschen im letzten Augenblick fluchtartig mit ihren Pferdefuhrwerken in Richtung Westen, ohne eine genaues Fluchtziel zu haben und zu wissen wohin. Bei klirrender Kälte ging die Reise im Treck immer in Richtung Westen und überquerte weit nördlich von Breslau die Oder. Nach dieser Ost- West-Fluchtlinie hätte dieser Treck den südlichen Teil von Brandenburg durchfahren müssen und danach in Sachen-Anhalt landen müssen. Doch hinter der Oder wurde der Treck –durch Wehrmachtsverkehrsregulierer- immer mehr nach Süden abgedrängt bis es Sachsen erreichte, dort das Mittelgebirge nach Süden überschritt und danach im Sudetenland landete. Sie hatten dort weder Verwandte, noch hatten sie die Absicht dort hinzufahren. Das hatte sich durch diese Verkehrsregler der Wehrmacht so ergeben, dass sie ungewollt immer weiter nach Süden abgedrängt wurden und dadurch in die „Höhle des Löwen“ geraten waren. Hier im Raum Böhmisch-Leipa, Reichenberg oder Aussig hatten sich viele dieser Flüchtlinge aus dem Warthegau bei den deutschen Bauern einquartiert, hatten bei diesen auch gearbeitet und blieben dort bis Anfang Mai 1945.   Unmittelbar nach Kriegsende kam noch eine geschlossene deutsche Militäreinheit –auf ihrer Flucht nach Westen- in dieses Dorf und quartierte sich dort ein. Einige der Flüchtlinge baten diesen Einheitskommandeur sie bei ihrer Flucht nach Westen auf seinen Lkw mitzunehmen, da sie Angst hatten auf ihrer weiteren Flucht von den Tschechen umgebracht zu werden, was der Einheitskommandeur auch genehmigt hatte. Danach ließen diese Flüchtlinge dort ihre Pferdegespanne sowie ihre Fluchtsachen aus dem Warthegau zurück, bestiegen nur mit Handgepäck am nächsten Morgen diese Wehrmachtsfahrzeuge und fuhren damit in Richtung Westen. Unterwegs wurde diese Wehrmachtskolonne mit den zugestiegenen Flüchtlingen, durch eine bewaffnete tschechische Partisaneneinheit aufgehalten und die Einheit der deutschen Wehrmacht kampflos gefangen genommen. Der Kommandeur dieser deutschen Einheit sowie noch weitere Offiziere wurden –neben ihrer Einheit- durch diese tschechische Partisanen auf der Stelle erschossen. Danach wurden die Flüchtlinge von den Militärangehörigen getrennt und vieler ihrer Sachen beraubt. Dann wurden die deutschen Flüchtlinge –unter Bewachung der bewaffneten Tschechen- zu Fuß antransportiert und in ein Lager gebracht. Nach einigen Tagen wurden sie dann an die Sowjetarmee übergeben. In einem Fußmarsch von sieben Tagen wurden dann diese Flüchtlinge durch die Sowjetarmee nach Karlsbad gebracht und dort freigelassen. Hier in Karlsbad und Umgebung hatten sich diese Flüchtlinge einen Unterschlupf gesucht, bei dortigen deutschen Bewohnern untergekommen oder auch in Scheunen oder anderen leer stehenden Gebäude sich verkrochen und versteckt, um die weitere Entwicklung der Lage abzuwarten. In dieser bewegten und unruhigen Zeit musste auch jeder zusehen wie er sich verpflegen und versorgen konnte, um sich am Leben zu erhalten. Hier in Karlsberg wurde durch den sowjetischen Kommandanten verkündet, dass jeder dort hinzugehen hat, wo er am 01. September 1939 gewohnt hatte. Der sowjetische Kommandant von Karlsberg ließ einen Eisenbahntransport aus vielen geschlossenen Güterwagen zusammenstellen, der alle Rumäniendeutsche nach Rumänien bringen sollte. Danach wurden viele Flüchtlinge zum Bahnhof gebracht und dort in diesen Güterzug einwaggoniert. Als sich das ins Karlsberg und Umgebung herumgesprochen hatte, gingen auch viele der buchenlanddeutschen Flüchtlinge selbstständig zum Bahnhof und bestiegen diesen Güterwagentransport. Nach einigen Tagen setzte sich dieser Güterwagentransport ohne eine sowjetische Bewachung -wie angekündigt- in Bewegung und fuhr über Ungarn nach Arad in Rumänien. In Arad angekommen, blieben die Flüchtlinge dort in diesem Zug, wurden von den rumänischen Behörden registriert und danach fuhr dieser Zug mit diesen Flüchtlingen bis nach Suczawa, wo es für die Flüchtlingen Endstation war. Auf diesem Transport von Karlsbad bis Suczawa, der mehrere Wochen dauerte, gab es keine Verpflegung oder anderweitige Versorgung. Jeder Flüchtling musste sich selber versorgen, auf den Bahnhöfen Essen erbetteln oder etwa verkaufen und sich dafür Lebensmitteln einkaufen. So kamen diese Flüchtlinge erst im späten Herbst in Suczawa an. Hier verließen sie den Transport und jeder ging dorthin wohin er wollte, um sich dort eine Bleibe zu suchen. Ihre große Familie mit 14 Personen ging nach Illischestie wo sie einen Bekannten hatten, suchte sich dort eine Unterkunft und arbeitete in der Landwirtschaft. Als im Winter 1945/46 in der gesamten Gegend der Südbukowina die deutschen Flüchtlinge aus der sowjetisch besetzten Nordbukowina, durch die rumänische Gendarmerie verhaftet und interniert wurden, flüchtete diese Familie aus Illischestie in ein anderes abgelegenes Dorf, verkroch sich dort bis alle Deutschen aus der Südbukowina interniert und abtransportiert waren. Danach hatte sich weiter niemand um die dort noch vorhandenen Deutschen gekümmert. Diese Aktion war zu Ende und damit war alles abgeschlossen. Im Sommer 1946 wurde ihnen bekannt, dass demnächst ein Transport mit Deutschen aus Arad nach Deutschland abfahren soll. Danach entschlossen sich mehrere deutsche Familien aus dem Raum Suczawa, sich diesem Transport anzuschließen und fuhren im Juli 1946 auf eigene Kosten mit dem Zug von Suczawa nach Arad, zu diesem angeblichen Transport. Hier in Arad stand ein geschlossener Güterwagenzug auf einem Abstellgleis, wo bereits einige Deutsche eingestiegen waren, um damit nach Deutschland zu fahren. Hier stieg auch ihre große Familie mit den 14 Personen ein und suchte sich darin einen Platz. Nach einigen Tagen ging dieser Güterwagentransport –ohne eine militärische Bewachung- ab Arad über Ungarn und der Tschechoslowakei nach Deutschland, wo er nach zügiger Fahrt schon nach einigen Tagen in Leipzig ankam. Auch auf diesem Transport gab es keine Verpflegung und jeder musste selber zusehen, mit was er sich versorgen konnte. Diese hier in Leipzig angekommenen wurden diese etwa 500 deutsche Flüchtlinge in ein Lager untergebracht und in den ersten Tagen unter Quarantäne gehalten. Das Lager war in einem großen massiven Gebäude, in welchem schon mehrere Familien locker untergebracht waren. Hier gab es Betten und Decken sowie Tische und Stühle und auch eine dünne magere Lagerverpflegung. Nach etwa 3 bis 4 Wochen Quarantänezeit wurden alle Familien aus diesem Lager entlassen und in den Dörfern der Umgebung von Leipzig untergebracht. Danach versuchte jeder seine Verwandten und Bekannten zu suchen, Verbindung mit ihnen aufzunehmen und nach einer sicheren Bleibe sowie Arbeit Ausschau zu halten. So gelangte diese Familie damals nach Sittichenbach/Osterhausen in Sachsen-Anhalt, was für immer ihre neue Heimat wurde. Damit war die strapaziöse Reise der Frau Ernestine Stadler und ihrer großen Familie, vom Frühsommer 1945 aus Karlsberg in die Nordbukowina, im Sommer 1946 in Leipzig zu Ende, ohne ihre ehemalige alte Heimat –die Nordbukowina- jemals erreicht zu haben. Trotz vieler ihrer Strapazen auf dieser langen „Balkanrundreise“ konnten auch sie nicht die Losung des damaligen sowjetischen Stadtkommandanten von Karlsberg vom Mai 1945 „jeder hat dort hinzugehen wo er am 01. September 1939 gewohnt hatte“ realisieren. Erlebnisbericht der Frau Elsa Donhöfner aus Augustendorf     (Auszugsweise und gekürzt, entnommen aus dem Buch: „Die Geschichte von bayrischen,     deutschböhmischen Buchenländern“ 1992, von Siegfried Mirwald Elsa Donhöfner wurde in Augustendorf Kreis Storozynetz Bukowina/Rumänien geboren. Nach der sowjetischen Besetzung der Nordbukowina im Juni 1940 siedelte auch ihre Familie im Herbst 1940 staatlich in das damalige Deutsche Reich um. Die Familie war im Beobachtungslager Neiße/Oberschlesien, wurde im Frühjahr 1941 dort durchschleust sowie eingebürgert und wurde danach in Oberschlesien -in Koschnia bei Wadowitz- angesiedelt. Dort in Wadowitz hatte Frau Elsa ihren Mann kennen gelernt und danach im November 1941 auch dort geheiratet. Als Mitte Januar 1945 sich die Ostfront diesem Ansiedlungsgebiet näherte, flüchtete Frau Donhöfner noch rechtzeitig mit dem Zug in Richtung Westen und landete in Mitteldeutschland. Ihr Gepäck hatte sie dort in Oberschlesien vorher als Expressgut aufgegeben und danach nie wieder gesehen. Im Sommer 1945 ging aus Sachsen ein geschlossener Güterwagen-Transport ab, über Frankfurt/Oder mit vielen buchenlanddeutschen Flüchtlingen in die Nordbukowina nach Czernowitz. Doch in Frankfurt/Oder mussten sie alle mit ihrem Gepäck aussteigen, den Zug verlassen, weil er für die Rote Armee benötigt wurde. Danach wurden alle diese –etwa 3.000 Flüchtlinge überwiegend Frauen mit Kinder und ältere Leute-, auf einen dort nahe gelegenen Hügel gebracht, wo sie einige Wochen im Freien auf ihre Weiterfahrt warten mussten. Jeder war sich dort für seine Ernährung selber verantwortlich. Wer da etwas an Lebensmitteln hatte der konnte essen bzw. etwas zubereiten und wer nichts hatte, der musste hungern. Die Leute gingen in Frankfurt/Oder auf den „Schwarzen Markt“ und hatten sich gegen Reichsmark etwas zu Essen eingekauft bzw. sie vertauschten auch ihre Sachen gegen Lebensmittel. Gekocht wurde dort am kleinen Lagerfeuer. Zwei Ziegelsteine wurden seitlich aufrecht gestellt, mit einem Zwischenraum für das Feuer und darauf der Kochtopf. Auch auf diesem Kochtopf musste man aufpassen, damit er einem vom Feuer nicht gestohlen wurde. Aus lauter Not und Hunger hatten sich die Flüchtlinge dort auf dem Gelände auch gegenseitig bestohlen. Die Notdurft wurde im Freien verrichtet. An Waschen und einer Körperhygiene war dort gar nicht zu denken. Die Flüchtlinge wurden dort durch Sowjetsoldaten bestohlen und ihre Frauen abseits im Gelände auch vergewaltigt. Dann kam der Herbst, das Wetter war noch schön und trocken, aber die Nächte wurden recht kühl. Daher bauten sich viele aus Decken zeltähnliche Unterkünfte, um nicht zu frieren. Nach etwa 5 Wochen –im September 1945- wurde in Frankfurt wieder ein Güterwagenzug bereitgestellt, die Flüchtlinge mit etwa je 50 Personen in einem Waggon einsteigen lassen und der Transport ging weiter über Dresden – Prag – Budapest nach Arad in Rumänien. Auf diesem Transport gab es keine Verpflegung und die Leute konnten nur das Essen war sie hatten. Wer nichts hatte, er musste sich etwas besorgen, kaufen, tauschen oder auch stehlen, um nicht zu verhungern. Bei der Durchfahrt durch Ungarn kauften sich die Leute Weintrauen, aßen diese ungewaschen und bekamen Durchfall sowie auch die Ruhr. Eine Tante und ein Onkel ist unterwegs daran gestorben. In einem Waggon war sogar ein Baby verhungert, weil es durch die Mutter keine Nahrung bekommen konnte. So war dieser Transport aus Frankfurt/Oder, nach sieben Wochen Reise, mit vielen Unterbrechungen und langen Aufenthalten auf Abstellgleisen, dann in Rumänien angekommen. Hier in Rumänien wurden alle eingereisten Deutschen registriert und konnten danach hinfahren wohin sie wollten, nur nicht in die sowjetische Nordbukowina. Daher fuhr Frau Elsa Donhöfner nach Radautz und traf dort Deutsche an, die schon in früheren Transporten aus Deutschland nach Rumänien gekommen waren. Hier war sie mit ihrer Familie in einer Baracke untergekommen, bis sie zur Miete ein Zimmer gefunden, wo sie mit sieben Personen sich einquartiert hatten. Danach war sie dort als Gelegenheitsarbeiterin tätig und musste zusehen, von was sie sich ernähren konnte. Im Frühjahr 1947 wurde dort ein Transport mit Deutschen zusammengestellt und sie alle damit ins Internierungslager nach Sigeth gebracht, wo sie jetzt unter sowjetischer Bewachung waren. Hier schliefen sie massenweise auf durchgehende Pritschen, die aus zwei Etagen bestanden, in großen Räumen und in ihrer Tageskleidung, wo auch zahlreiche Läuse und Wanzen vorhanden waren.  Hier in Sigeth haben sie mehrere Monate verbracht. Danach kamen sie wieder in einem geschlossenen Güterwagentransport nach Deutschland. Auch auf diesem Transport gab es keine Verpflegung und jeder musste an den Haltestellen und Bahnhöfen zu sehen, wo er etwas Essbares auftreiben konnte. Hier in Deutschland kamen sie nach Sachsen, wo sie in ein Lager in Hartha Kreis Döbeln, Familienweise in Zimmern untergebracht wurden. Hier hatte sie mit ihrer Tochter und ihrem Bruder ein Zimmer, was schon menschenwürdiger war. Da sie noch die Deutsche Reichsmark besaßen, konnten sie hier auch davon leben. 1947 siedelten sie nach Bayern um und kamen dort ins Flüchtlingslager Regensburg. Aber Bayern wollte keine Flüchtlinge aufnehmen, da es bereits überfüllt war. Doch da ihr Onkel aus Landshut dort vom Flüchtlingsamt für sie eine Aufenthaltsgenehmigung erhalten hatte, sind sie aus Regensburg nach Landshut gegangen, wo sie in einer Schule untergebracht wurden, die dort als Flüchtlingslager diente. Danach kam die Familie auch noch nach Neumark in der Oberpfalz in ein anderes Flüchtlingslager und erst danach wurden sie in Bayern wohnlich untergebracht. Im Jahre 1981 zogen sie dann nach Landshut, hatten sich danach dort ein Haus gebaut und wurden dadurch dort auch bodenständig.
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